Ethno-Café am 15.01.: Wissenswertes rund um die Hochschulwahlen

Hochschul-Waaaas
Vom 16.-18. Januar finden in Göttingen wieder die Hochschulwahlen und Urabstimmungen statt. Das ganze ZHG ist voll mit Plakaten, Flyern, Brezeln und diversem anderen Wahlkampfmaterial, mit dem die verschiedenen Hochschulgruppen um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Abgegeben werden Stimmen für drei Semestertickets (Bus, Bahn, Kultur) und verschiedene Gremien der studentischen Selbstverwaltung. Aber was versteckt sich eigentlich hinter dem FSP (Fachschaftsparlament), was soll der Fakultätsrat sein und warum stehen auf allen Wahlzetteln die wir erhalten nur die Namen von Studierenden? Wenn ihr euch diese Fragen auch schon mal gestellt habt, wissen möchtet was es mit den Hochschulwahlen auf sich hat und wie diese überhaupt funktionieren, dann kommt zum nächsten Ethno-Café! ACHTUNG, diese Woche schon am Montag (15.01.) ab 18 Uhr im Hörsaal des Ethno-Instituts (Theaterplatz 15)!

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„Punsch und Plätzchen“ – Weihnachtsfeier mit der Fachgruppe am 20.12.!

Passend zur Weihnachtszeit und zum Jahresende wollen wir noch auf die letzte Veranstaltung des Ethno-Cafés in diesem Jahr hinweisen: Statt Exkursion, Vortrag oder Diskussionsrunde lassen wir es am Mittwoch (20.12.) ganz gemütlich angehen und laden euch herzlich ein, das Jahr gemeinsam mit uns im Weltladen-Café (Nikolaistraße) ausklingen zu lassen. Los gehts wie immer um 18 Uhr. Für „Punsch und Plätzchen“ (und ein paar weitere Getränke) ist gesorgt, für das „Bringe-Buffet“ würden wir uns über weitere Leckereien freuen. Es wäre auch super, wenn ein paar Leute ihr eigenes Geschirr und Besteck mitbringen könnten, weil die vorhandenen Mengen im Weltladen etwas knapp werden könnten. Wer möchte, kann außerdem am Schrottwichteln teilnehmen – einzige Bedingung dafür: selbst ein eingepacktes Schrottgeschenk mitbringen!

Bericht über die Fachgruppen-Exkursion zur ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen

Am 27.10.2017 fand die erste Exkursion der Fachgruppe Ethnologie statt. Geplant war, in Anschluss an die Veranstaltung mit Prof. Dr. Rebekka Habermas im vergangenen Semester, das Thema des historischen Kolonialismus wieder mehr in die ethnologische Diskussion einzubringen. Dazu haben wir Roland Laich, der sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich mit der Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen befasst, eingeladen einen Rundgang über das Gelände des heutigen Deutschen Instituts für tropische und subtropische Landwirtschaft (DITSL)  zu leiten.

Begonnen hat die Veranstaltung gegen 11 Uhr im Hörsaal des Instituts für Ethnologie mit einer kurzen Einleitung und einem historischen Film über die Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe von 1938. In dem Film wurde dargestellt, wie die Ausbildung in der Kolonialschule ablief, außerdem bekamen die Teilnehmenden einen Eindruck davon, wie diese mit dem nationalsozialistischen Staat verbunden war.

Im Anschluss fuhren wir gemeinsam mit dem Zug nach Witzenhausen. Dort begann der Rundgang auf dem Gelände des DITSL mit einer kleinen Einleitung in die Geschichte des Kolonialismus un die damit verbundene Rolle der Kolonialschule. Es wurde ausgeführt, wie die Ausbildung an der Kolonialschule durchgeführt wurde und welche Aufgaben Kolonialschüler (an der deutschen Kolonialschule in Witzenhausen wurden insgesamt nur sieben Frauen ausgebildet, die Ausbildung für Frauen im Kolonialdienst fand dann in Rensburg statt) wahrgenommen haben. Der wichtigste Teil der Ausbildung widmete sich der landwirtschaftlichen Ausbildung in den Kolonien.

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Die Rolle der Kolonialschüler in den Kolonien wurde im nächsten Teil beleuchtet. Hier ging es besonders um den Genozid an den Herero (Namibia). Anhand verschiedener Quellen (hauptsächlich aus dem „deutschen Kulturpionier“) wurde gezeigt, dass Kolonialschüler an den Verbrechen beteiligt waren. Besonders die Rolle des Schulgründers, Ernst Albert Fabarius, wurde beleuchtet. Auf dem Gelände der ehemaligen Kolonialschule wird noch heute an diese umstrittene Persönlichkeit erinnert.

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Im nächsten Teil (der in der Cafeteria des DITSL stattfand) wurde über den Antisemitismus an der Schule gesprochen. Viele antisemitische Äußerungen sind im „deutschen Kulturpionier“ enthalten. Besonders nach dem Ende des ersten Weltkrieges haben sich einige Schüler antisemitisch geäußert. Hier ging es auch um die Beteiligung an Gruppen, die sich dazu aufgemacht haben die Weimarer Republik aufzulösen, darunter beispielsweise der „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“. So kam es am 5.8.1931 zu einem größeren antisemitischen Pogrom, als Kolonialschüler ein Lager des jüdischen Wanderbundes Brith Haolim, der gerade auf Burg Ludwigstein gastierte, angriffen.

Die Schüler der deutschen Kolonialschule waren besonders früh und stark für die NSDAP aktiv. Dabei beteiligten sie sich an der Zerstörung der Synagoge in Witzenhausen und unterstützen allgemein in großem Ausmaß den nationalsozialistischen Staat (wie bereits zu Beginn der Veranstaltung durch den Film deutlich geworden war).

Im nächsten Teil widmete sich Roland Laich der Geschichte der „Artamanen“. Diese aus der Jugendbewegung hervorgehende Gruppe nahm sich vor, eine edle „Rasse“ zu gründen, indem sie sich auf völkische Ideen bezog und verschiedene Siedlungsprojekte anstieß, in denen die Ideen der Artamanen ausgelebt werden sollten. Berühmte Mitglieder dabei waren Heinrich Himmler und Richard Darré. Hier ging es auch um das Weiterleben von völkischen Ideen nach 1945. Die Neo-Artamanen verfolgen die gleiche Ideologie und stehen im engen Kontakt zu früheren Artamanen, auch über Witzenhausen. Derzeit befinden sich in Deutschland verschiedene Siedlungen der Neo-Artamanen, in denen diese völkischen Vorstellungen gelebt werden.

Den Abschluss der Exkursion bildeten einige Ausführungen zu der Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Kolonialschule durch den Rechtsnachfolger das DITSL. Diese begann nur zögerlich. Bis in die 80er Jahre hinein beschäftigte sich niemand an der Schule mit der Geschichte der Einrichtung. Erst durch die Initiative einiger Personen, darunter Sigmar Groeneveld, emeritierter Professor an der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Kassel, wurde Ende der 80er Jahre eine erste Aufarbeitung in Gang gesetzt. Darauf folgten lediglich Initiativen von Studierenden, darunter auch Roland Laich, die versucht haben die Geschichte der Kolonialschule öffentlich zu machen. Besonders ehemalige Schüler der Kolonialschule, vor der Umbenennung, haben eine Aufarbeitung verhindert. In den letzten Jahren hat sich die Schule allerdings immer mehr diesem Thema geöffnet, auch wenn noch sehr viel Raum für Forschung bleibt. Derzeit betreibt neben Roland Laich, vor allem eine Gruppe von Studierenden die weitere Aufarbeitung der Geschichte der Kolonialschule.

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Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung. Roland Laich hat verschiedene Aspekte der Geschichte der Kolonialschule aufgezeigt und auch die aktuellen Auswirkungen beleuchtet. Die Teilnehmenden, viele Erstsemester darunter, haben sich durch viele Nachfragen und Anmerkungen rege beteiligt. So konnten am Ende alle zufrieden zurück fahren, mit der Hoffnung, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kolonialschule in Witzenhausen weitergeht. Das Interesse an weiteren Exkursionen war dabei sehr groß.

 

Weiterführende Lektürehinweise (auf Wunsch der Teilnehmenden):

Eine kurze Inhaltsübersicht des Rundgangs zum Nachlesen:

http://ns-familien-geschichte.de/angebote/41-angebote-zweite-ebene/74-rundgang-zur-geschichte-der-ehemaligen-kolonialschule-witzenhausen

Digitalisiertes Archiv der internen Zeitung der Kolonialschule „Der Deutsche Kulturpionier“:

http://www.jarts.info/kulturpionier/

Film „Die Arier“ von Mo Asumang in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/mediathek/198266/die-arier

Mo Asumangs Großvater war in der SS, ihre Großmutter Ghanaerin. Sie interviewt Leute auf der Straße und Nazis und fragt, wer „die Arier” seien. Außerdem reist sie zu den „echten Ariern“, einer Bevölkerungsgruppe im Iran, die traditionell großen Wert auf Toleranz zwischen allen Religionen legt.

Broschüre „Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum – Basiswissen und Handlungsstrategien“ (PDF), Hrsg: Amadeu Antonio Stiftung:

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/voelkische-siedler

Broschüre „Braune Ökologen – Hintergründe und Strukturen am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns“ (PDF), Hrsg: Heinrich Böll Stiftung, 2012:

https://www.boell.de/sites/default/files/Braune-Oekologen.pdf

Zur fantasierten Vorstellung eines ackerbauenden und wehrhaften Volks von Germanen / Ausstellung „Graben für Germanien – Archäologie unterm Hakenkreuz“:

http://www.focke-museum.de/de/sonderausstellungen/rueckblick/germanien

http://roemerschlachtamharzhorn.de/mythos-germanien

Ausstellungskatalog:

https://www.wbg-wissenverbindet.de/7990/graben-fuer-germanien

Rezension bei HSozKult:

http://www.hsozkult.de/exhibitionreview/id/rezausstellungen-175

Uni-Wahlen 2018: Wahl zu den studentischen Organen und den Kollegialorganen

Vom 16. bis 18. Januar 2018 stehen wieder uniweite Wahlen für die studentischen Organe und die Kollegialorgane an! Dabei wird unter anderem auch der/die Fachgruppensprecher/in der Ethnologie gewählt. Wahlvorschläge müssen bis zum 15.11.2017 (17 Uhr) bei der Wahlleitung der Universität eingereicht werden.

Sämtliche Infos zur Wahlordnung, zum Wahlvorschlagsformular sowie zu den Wahlausschreibungen findet ihr unter: https://www.uni-goettingen.de/de/wahlen-der-studierendengruppe-zu-den-studentischen-organen-und-den-kollegialorganen/4158.html

Einladung zur Fachgruppensitzung

Ein neues Semester liegt vor uns und die erste Sitzung der Fachgruppe Ethnologie steht an, zu der wir euch herzlich einladen.

Am Mittwoch, den 18.10.2017 um 18 Uhr im Hörsaal des Instituts für Ethnologie habt ihr die Möglichkeit, euch mit euren Mitstudierenden auszutauschen und euer Studium aktiv mitzugestalten. Ihr könnt Ideen fürs Ethno-Café einbringen, Fragen rund ums Studium stellen oder einfach nur reinschnuppern und zuhören.

Die Fachgruppe Ethnologie ist Ansprechpartner für die Studierenden der Ethnologie und vertritt deren Interessen am Institut für Ethnologie. Sie betreut Erstsemester während der Orientierungsphase und berät Studierende im Verlauf ihres Studiums. Die Fachgruppe Ethnologie organisiert die Sommer- und Winterfeste des Instituts sowie die, durch Studienqualitätsmittel geförderte, Veranstaltungsreihe „Ethno-Café“.

Weitere Fachgruppensitzungen im Wintersemester 2017/2018:

01.11.2017
15.11.2017
29.11.2017
13.12.2017
10.01.2018
24.01.2018

Wir freuen uns auf euch!

Die Fachgruppe präsentiert: Ethno-Café im Wintersemester 2017/18

Begleitet uns auf unserer Exkursion zur ehemaligen Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen, erfahrt wie unser Studiengangsbeauftragte vom Missionar zum Ethnologen wurde und begebt euch mit euren KommilitonInnen beim Ethno-Dinnerhopping auf kulinarische Feldforschung in Göttingen!

Außerdem tauchen wir einen Abend lang ein in die Arbeit der Ethnologischen Sammlung, lassen uns erklären wie die Hochschulwahlen funktionieren (mal ehrlich, wer blickt da schon durch?) und beschäftigen uns beim Filmabend kritisch mit Konfliktmineralien aus dem Kongo. Außerdem laden wir auch in diesem Jahr ganz herzlich ein zur Weihnachts- und Jahresabschlussfeier im Weltladencafé! 

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Ethno-Café WiSe 2017 2018

Vorbereitungen und Fotowettbewerb für das Ethno-Café im Wintersemster 2017/18

Nach einem gelungenen Semester mit vielen Gästen startet die Fachgruppe jetzt mit den Planungen für das Ethno-Café im Wintersemester 2017/18!

Es gibt ein Thema das euch brennend interessiert, gleichzeitig im Studium aber viel zu kurz kommt? Ihr kennt einen Film, den ihr unbedingt vorstellen wollt? Oder ihr habt einfach Lust, Veranstaltungen zu organisieren, neue Leute kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen? Dann seid ihr herzlich eingeladen zum nächsten Fachgruppen-Treffen am Mittwoch (19.7.), denn da geht es auch um die Planungen für das Ethno-Café im Wintersemester 2017/18! Los geht’s wie immer um 18 Uhr im Hörsaal des Instituts.

Vielleicht seid ihr auch talentierte Hobby-Fotografen oder habt während eurer Auslandsaufenthalte einen tollen Schnappschuss gemacht? Für den Veranstaltungsflyer im Wintersemester könnt ihr wieder Motivvorschläge einreichen – einfach per Mail an fg-ethnologie@riseup.net (achtet darauf, dass ihr die Bildrechte besitzt und keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden).

Ihr seid euch noch unsicher, wie ihr euch einbringen könnt/wollt, habt Fragen oder möchtet einen Programmvorschlag machen, obwohl ihr nicht zum Treffen kommen könnt? Kein Problem! Sprecht uns an, kontaktiert uns bei Facebook (Fachgruppe Ethnologie Göttingen) oder schreibt uns eine Mail an fg-ethnologie@riseup.net!

Wir bedanken uns auch noch einmal bei allen, die zum bisherigen Erfolg des Ethno-Cafés beigetragen haben und freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen!

Sommerfest Ethnologie/KAEE // 14.07. // 16 Uhr // Ethno-Wiese

Am Freitag, 14.07. ist es wieder soweit – die Fachgruppen der Kulturanthropologie und der Ethnologie laden euch zum gemeinsamen Sommerfest auf der Ethno-Wiese (Theaterplatz 15) ein!

Um 16:00 Uhr startet der institutsinterne Teil – ab 20 Uhr sind auch alle Nicht-Anthropolog*innen willkommen 😉

 

(Spätestens!) Ab 20:00 Uhr darf dann auch ausgelassen getanzt und gefeiert werden.

Mit dabei: Eddie Domingo // Dean Swift // Ricardo Preuten // Rob&Ronk (more TBA)

Außerdem: Siebdruck // Graffiti-Workshop // Kleidertausch (Bringt Sachen zum Tauschen und Bedrucken mit!)

Für das Bringebuffet wäre es super, wenn ihr (selbstgemachtes) Essen mitbringt – Salate, Brot, Aufstriche, was euer Herz begehrt und gerade zur Hand ist 🙂

 

Wir freuen uns auf euch und hoffen ihr erscheint zahlreich & gut gelaunt!

 

Sexismus, Rassismus und alle weiteren menschenverachtenden Diskriminierungsformen haben auf unserer Party selbstverständlich keinen Platz!

Wenn ihr Auffälligkeiten beobachtet oder selbst erfahrt, gebt uns Bescheid!

„Immer wenn der Steiner kam“ – Alles nur DDR-Propaganda?

Im Rahmen des Ethno-Cafés veranstaltet die Fachgruppe an diesem Mittwoch, 28. Juni, einen weiteren Filmabend. Die Besonderheit daran: Das Filmmaterial wurde erst vor kurzem auf DVD überspielt, so dass es sich fast schon um eine kleine Premiere handelt. Die Dokumentation „Immer wenn der Steiner kam“ (DDR 1976) von Walter Heynowski und Gerhard Scheumann beschäftigt sich mit dem Leben des Fremdenlegionärs Rolf Steiner. Der Fokus liegt dabei auf drei seiner militärischen Unternehmungen – Indochina (mit der französischen Fremdenlegion), Biafra (mit der Separatistenarmee) sowie Süd-Sudan (mit Aufständischen). Der Eintritt ist wie immer frei, Beginn um 18 Uhr im Hörsaal des Ethno-Instituts

Ethno-Grillen am 14.6.

Am kommenden Mittwoch (14.6.) organisiert die Fachgruppe im Rahmen des Ethno-Cafés ein gemeinsames Grillen auf der Wiese vor dem Institut.
Alle Studierende, Dozierende und Mitarbeitende laden wir herzlich dazu ein!
Die Fachgruppe spendiert Vegetarisches und Nicht-Vegetarisches vom Grill sowie Getränke. Wir freuen uns, wenn ihr noch etwas Leckeres für’s Buffet mitbringt.
Los geht’s ab 18 Uhr!