Stellenausschreibung: wissenschaftliche Mitarbeiterin/ wissenschaftlicher Mitarbeiter

An der Georg-August-Universität Göttingen sind am Institut für Ethnologie sowie am Lehrstuhl für Neuere Geschichte imRahmen des von der VolkswagenStiftung gefördertenVerbundprojektes „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) zum nächstmöglichen Zeitpunkt jeweils eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter mit 65% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (zzt. 25,87 Stunden/Woche) befristet für die Dauer von drei Jahren zu besetzen. Die Entgeltzahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TV-L.

Ihre Aufgaben

Zu den Aufgaben zählt die Identifizierung und Aufarbeitung der ethnographischen sowie gegebenenfalls weiterer Sammlungsbestände der Georg-August-Universität Göttingen, die kolonialen Kontexten zugeordnet werden können (Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert). In der am Institut für Ethnologie angegliederten Arbeit ist darüber hinaus die Analyse der Kategorisierung und Verwendung dieser Objekte in der universitären Forschung und Lehre (Schwerpunkt 1928 bis 1958) erwünscht. In der dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte zugeordneten Arbeit soll die Analyse der internationalen Handelswege und Netzwerke, in die die heute in Göttingen befindlichen Sammlungsbestände eingebunden waren, im Fokus stehen. Die Stellen bieten Gelegenheit zur Promotion.

Ihre Qualifikationen

Vorausgesetzt wird ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Master oder vergleichbar) in Ethnologie, Kulturanthropologie, Geschichte oder einem anderen für den Forschungskontext relevanten Fach. Voraussetzung sind weiterhin sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse. Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache sowie Vorkenntnisse in Provenienzforschung und Archivarbeit sind erwünscht.Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Ihre Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben sowie 1- 2-seitige Projektskizze, CV, Zeugnisse) bis zum 8.8.2018 in elektronischer Form für die Promotionsstelle in der Ethnologie an: ethno@gwdg.de (Dr. Michael Kraus, Hermann), für die Promotionsstelle in Geschichte an: skirchn@gwdg.de (Prof. Dr. Rebekka Prof. Dr. Elfriede Habermas). Reichen Sie Ihre Unterlagen bitte ausschließlich als pdf-Dokument ein.
Für weitere Auskünfte zur Stelle stehen Ihnen die genannten Personen gerne zur Verfügung.
Auskünfte zum PAESE-Projekt finden Sie hier 
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Institutskolloquium: Forum Wissen – Räume, Dinge, Positionen. Das Einzelne und das Ganze

Zu unserem letzten Institutskolloquium im Sommersemester 2018 dürfen wir Marie Luise Allemeyer und Dr. Joachim Baur (Universität Göttingen) begrüßen, die über das Forum Wissen ‚Räume, Dinge, Positionen. Das Einzelne und das Ganze‘ sprechen werden. Parallel zur neuen Dauerausstellung in der Ethnologie wird in Göttingen das FORUM WISSEN geplant – ein neues, sich aus den bestehenden Universitätssammlungen speisendes Museum, das die Konstruktion von Wissen, die Prozesse und Formen seiner Entstehung in den Fokus rückt. Dr. Joachim Baur, Leiter des Ausstellungsbüros „Die Exponauten“ und Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen, präsentieren in ihrem Vortrag den aktuellen Planungsstand und ihre Überlegungen zur Göttinger Museumslandschaft der Zukunft. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu dem Vortrag zu kommen.

Forum wissen

Wann? Donnerstag, 12.07.2018, 16:15 Uhr

Wo? im Hörsaal des Ethnologischen Instituts.

Das Forum Wissen: Leitidee 

Wissen wird geschaffen. Und zwar von Menschen in jeweils spezifischen zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Kontexten und Netzwerken. Zur Entstehung von Wissen tragen unzählige Bedingungen – oft auch Zufälle – bei. Je nachdem, an welchem Ort, von welchen Personen, mit welchen Absichten nach Wissen gesucht wird, entsteht es in anderer Form, wird verändert, erweitert oder geht verloren.

Um dieses Wissen-Schaffen geht es im Forum Wissen: dem zukünftigen Wissens-Museum der Universität Göttingen.

Unter einem Dach wird hier Wissen geschaffen und werden das Wissen-Schaffen selbst und seine Ergebnisse sichtbar gemacht. Das Haus öffnet sich dabei programmatisch in zwei Richtungen: in die Öffentlichkeit und in die Wissenschaft.

Das Forum Wissen lässt die Öffentlichkeit an den intellektuellen und materiellen Gütern der Universität teilhaben. Es lädt Menschen, die bisher wenig Berührung mit der Wissenschaft hatten, dazu ein, sich diese Welt zu erschließen. Es gibt aber auch Anstöße, eigene Positionen zu beziehen, Forderungen an die Wissenschaft zu stellen, und sich in den facettenreichen Prozess des Wissen-Schaffens einzubringen.

Gleichzeitig wirkt das Forum Wissen in die Wissenschaft selbst hinein, indem es den Raum für interdisziplinäres Arbeiten mit den Objekten unserer Sammlungen schafft und Forschende dazu anregt, über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich von den Methoden, Fragestellungen und Argumentationen anderer Fächer und anderer Wissenschaftskulturen inspirieren zu lassen.

Institutskolloquium: Kernkompetenz Perspektivwechsel

Wir sind gespannt auf den Vortrag ‚Kernkompetenz Perspektivwechsel: Interaktive Geschichten, begehbare Hörspiele und was das mit Ethnologie zu tun haben soll. Es kommen auch kurz Indianer vor…‘ von Nico Czaja (Hamburg).

Wann: Donnerstag, 05. Juli, 16:15 Uhr

Wo: Hörsaal des Ethnologischen Instituts

Abstract

Kaum ein Ethnologiestudent wird Ethnologe. Auch Nico Czaja ist am Ende keiner geworden. Und doch bereut er nichts. In seinem Vortrag möchte er sich selbst als Praxisbeispiel ausstellen und dabei eine spezielle, faszinierende und sehr kleine Nische freier Autorenschaft beleuchten, in die sein post-akademisches Leben ihn geführt hat: die des digitalen Geschichtenerzählens im Dienste des Weltfriedens. Im Mittelpunkt wird das Projekt “Hidden Memories” in Kiew stehen, das Ansätze aus der Oral History mit Friedensarbeit, Kunst und mobiler Technologie verbindet – und die Frage, inwiefern der Vortragende bei dieser Arbeit hilfreich auf seine ethnologischen Lehrjahre zurückgreifen kann.

Nico

Nico Czaja, Jahrgang 1978, Studium der Ethnologie in Marburg und Recife, forschte für seine Magisterarbeit im brasilianischen Nordosten über die Verwendung des Internet für indianische Selbstdarstellungen, als das Internet noch etwas neuer war. Heute, Jahre später, ist er seinem Interesse an digitalen Narrativen weiterhin treu. Als freier Autor entwickelt er gemeinsam mit lokalen Akteuren interaktive Hörgeschichten für Orte mit komplexen Vergangenheiten, zuletzt für den Maidan in Kiew. Im Herzen ist er Ethnologe geblieben.

Vortrag: Feldforschung und Ethnographie

Nächste Woche, am 3. Juli, wird Dr. Claudio Sopranzetti (Oxford) im Rahmen der Vorlesung „Feldforschung und Ethnographie“ einen Gastvortrag halten. Dr. Sopranzetti hat seine Dissertations-Feldforschung mit Motorrad-Taxifahrern in Bangkok gemacht, wobei er mitten in die Protesten der sogenannten „Rothemden“ verwickelt wurde.
 
Da wir eine besonders spannende Vorlesung erwarten, sind alle Studierende und Mitarbeitende herzlich eingeladen. Diese Vorlesung wird auch im Rahmen des „Internationalisierung der Curricula“ Projektes auf Video aufgezeichnet.
 
Zeit:  Di. 3.7.18, 12:15 bis 13:45
Ort: ZHG104
Informationen zu Dr. Claudio Sopranzetti
 
I was born in a small town in Central Italy. I received my BA from University of Rome in 2005 in Anthropology and Linguistics. After working for NGOs in Kenya and traveling around West Africa and Southeast Asia, I started my PhD in Social Anthropology at Harvard University. During my years there I conducted research in Thailand, Cambodia, and Venezuela and collaborated with architects, artists, and journalists. In 2012 I published my first book, Red Journey: Inside the Thai Red-Shirt Movement with Silkworm Book and Washington University Press. I received my PhD in 2013 with a dissertation entitled  „The Owners of the Map: Motorcycle Taxis Drivers, Mobility, and Politics in Bangkok,“ which I just made into a book. Currently I am a postdoctoral fellow at All Souls College, a research associate at the Future of Cities Center, and I teach at the Institute of Social and Cultural Anthropology at Oxford University. I am now working on Awakened, a graphic novel about contemporary Thailand.
Owners of the Map
cnbohkaldmpoplea.jpg May 19th 2010, the Royal Thai Army deployed tanks, snipers, and war weapons to disperse the thousands of Red Shirts protesters who had taken over the commercial center of Bangkok to demand democratic elections and an end to inequality. Key to this mobilization were motorcycle taxi drivers who slowed down, filtered, and severed mobility in the area claiming a prominent role in national politics, ownership over the city, and challenging state hegemony. Four years later, on May 20th 2014, the same Army General who directed the dispersal staged a military coup, unopposed by protesters. How could state power have been so fragile and open to challenges in 2010 and yet so seemingly sturdy only four years later? How could protesters who had once fearlessly resisted military attacks now remain silent?
 
Owners of the Map provides an answer to these questions—central to contemporary political mobilizations around the globe—through an ethnographic study of motorcycle taxi drivers in Bangkok. Sopranzetti explores the unresolved tensions in the drivers’ everyday lives, their migrations trajectories, consumers’ desires, and political demands amidst the restructuring of Thai capitalism after the 1997 economic crisis. Reconstructing the entanglements between their everyday mobility and political mobilization, Sopranzetti reveals mobility not just as a strength of contemporary capitalism but also as one of its fragile spots, always prone to disruption by the people who sustain its channels but remain excluded from their benefits. In so doing, Owners of the Map advances an analysis of power that does not focus on the sturdiness of hegemony or the ubiquity of everyday resistance but rather reveals its potential fragility as well as the work needed for its maintenance. 
 
 
Mehr Infos an seine Webseite: http://www.claudiosopranzetti.com/index.html

Institutskolloquium: Hindernis der Evidenz

Wir freuen uns Prof. Dr. Margarete Vöhringer (Georg-August-Universität Göttingen) in unserem Institutskolloquium begrüßen zu dürfen. Prof. Vöhringer wird am 28.06.2018 um 16:15 das Thema ‚Hindernis der Evidenz: Zur Materialität des Wissens einer medizinischen Sammlung‘ präsentieren.

Abstract:

1888 wurde durch den Ordinarius der Heidelberger Augenklinik mit einem Rundschreiben zur Einsendung von Materialien aufgefordert, die im Zusammenhang mit dem jung verstorbenen Augenarzt Albrecht von Graefe standen. Innerhalb kürzester Zeit waren 110 verschiedene Objekte (Briefe, Bücher Operations- und Vorlesungsmitschriften, Instrumente, Bilder und Memorabilia) zusammen gekommen, die „den Anfang zur Errichtung eines Graefe-Museums“ machen sollten (Becker 1888).

Während viele bedeutende Sammlungen längst in den Depots gesichert, teils wissenschaftlich bearbeitet und der Öffentlichkeit in Museen zugänglich gemacht worden sind, warten die weniger leicht verfügbaren und schwer einzuordnenden Sammlungen häufig noch auf ihre ‚Entdeckung‘. Einer solchen lebendigen Sammlung(Kunst 2007), deren Bestand sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat, zum Teil verloren ging und bis heute weiter vermehrt wird, widmet sich das hier skizzierte Forschungsprojekt: dem von den Mitgliedern der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft gesammelten Objektkonvolut, genannt „Graefe-Museum“, das sich seit 2002 im Depot des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité befindet. Mittlerweile zählt das Museum 1096 Positionen – und wächst potentiell weiter.

Ausgehend von dem Befund eines chaotischen Ursprungs mit darauf folgender dynamischer Genese der Sammlung des „Graefe-Museums“, möchte ich eine ihr angemessene Reflexion und Präsentation entwickeln. Statt einer Überbewertung einzelner Objekte schlage ich eine sensible Wahrnehmung der Wandelbarkeitvon Sammlungen vor, die auf Kontingenzen, auf sich ändernde Bedeutungszuweisungen und erstaunliche Kontinuitäten achtet. Die hieraus sich ergebende Ausgangsfrage lautet: Wie lässt sich die Dynamik von wissenschaftlichen Sammlungen in ihrer Wandelbarkeit so erforschen und präsentieren, dass sowohl die Zeitlichkeit der Dinge selbst als auch das Wissen über die Dinge deutlich wird?Wie wird aus einem sukzessive gesammelten Bestand wissenschaftlicher Dinge ein Museum und wie lässt sich dieses wiederum als Grundlage für eine Materialität des Wissens auffassen?

Kurzbio

VöhringerMargarete Vöhringer ist seit 2017 Professorin für Materialität des Wissens an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie, Philosophie und Ästhetik sowie Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Nach der Promotion 2006 an der HU Berlin lehrte sie an den Universitäten Berlin (FU, HU, UDK), Weimar, Zürich und Moskau.

Forschungsschwerpunkte sind:

  • Künste im wissensgeschichtlichen Horizont, vor allem der zeitgenössischen und modernen Kunst (Publikationen u.a. zu Russischer Avantgarde, Fluxus, Konzeptkunst, Pop Art, Architekturfotografie, Kunst und Macht sowie zu den Wechselverhältnissen von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft)
  • Materialität und Ästhetik der Wissenschaften, aktuell mit einem Fokus auf die Wahrnehmungsforschung (Studien zu Kulturtechniken des Sehens, zu interdisziplinären Bildkonzepten, zu den Beziehungen zwischen Theorie und Praxis, zu lokalen und globalen Wissensformationen).

Publikationen (u.a.): Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor (hg. mit Anke Te Heesen), Berlin 2014; Avantgarde und Psychotechnik. Wissenschaft, Kunst und Technik der Wahrnehmungsexperimente in der frühen Sowjetunion, Göttingen 2007.

 

Stellenausschreibung: Post Doc und wissenschaftliche Koordination am Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung

Am Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, sind vorbehaltlich der Mittelbewilligung zum 1. September 2018 zwei Stellen zu besetzen.

1 Post Doc-Stelle (befristet für 1 Jahr, Entgeltgruppe TV-L 13 bis TV-L 14, 100 % der regelmäßigen Arbeitszeit)

1 Wissenschaftliche Koordination (befristet auf drei Jahre Entgeltgruppe 13 TV-L, 100 % der regelmäßigen Arbeitszeit)

Das Forschungsprojekt: Die Stellen sind in einem vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung geförderten Verbundprojektes (Förderlinie: Sprache der Objekte) zwischen derUniversität Göttingen, dem Museum Friedland und dem Ausstellungsbüro ‚Die Exponauten‘ zum Thema „Vom ‚nackten‘ Überleben zu ‚vielversprechenden‘ Dingen angesiedelt. Das Forschungsvorhaben leistet ein Beitrag zum besseren Verständnis der Phänomene Flucht und Migration über die Erforschung der materiellen Dimension menschlicher Existenz. Im Mittelpunkt steht die These, dass die Schutzwürdigkeit von Leben und Menschenwürde untrennbar mit Dingen verbunden ist. Die Forschung zu existenziellen Mensch-Ding Beziehungen unter den Bedingungen von Flucht und Migration erfolgt weitgehend in Friedland, Niedersachsen, wo sich neben dem Museum Friedland auch das Grenzdurchgangslager als Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen befindet. Mit der Forschung verbunden ist die Entwicklung einesAusstellungsvorhabens durch das Ausstellungsbüro „Die Exponauten“ (www.museum-friedland.de;www.die-exponauten.com).

Post-Doc-Stelle

Ihre Aufgaben: Sie haben Erfahrung in Forschung und Lehre, leiten mit Ihrer Expertise zum‚material turn‘ der Sozial- und Kulturwissenschaften die Forschungsteams an und tragen zur Theoriearbeit des Projektes bei. Mit Ihrer eigenen empirischen Forschung im Bereich Materialität von Flucht und Migration beteiligen Sie sich am Verbundvorhaben.

Ihre Qualifikationen: Abgeschlossenes Hochschulstudium mit Promotion in Ethnologie, Kulturanthropologie oder einem für den Forschungskontext relevanten Fach. Erforderlich sind fundierte Kenntnisse in sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorie und Methodik (ethnographische Forschungspraxis) sowie eine selbstständige, strukturierte Arbeitsweise und Teamfähigkeit. Bereitschaft zu eigener Forschung im Rahmen des Verbundes. Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Migrationsforschung sind erwünscht.

Wissenschaftliche Koordination und Forschung:

Ihre Aufgaben: Sie haben Erfahrung im Wissenschaftsmanagement und übernehmen in enger Abstimmung mit der Sprecherin des Verbunds die Projektkoordination für die Gesamtlaufzeit des Vorhabens. Sie sind verantwortlich für die Planung und Durchführung von Projekttreffen sowie einer internationalen Tagung und engagieren sich in der wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere im Hinblick auf die interaktive digitale Präsenz). Mit Ihrer eigenen Forschung tragen Sie ebenfalls zum Verbundvorhaben bei.

Ihre Qualifikationen: Abgeschlossenes Hochschulstudium (möglichst mit Promotion) in Ethnologie, Kulturanthropologie oder einem für den Forschungskontext relevanten Fach. Vorausgesetzt werden Teamfähigkeit, strukturiertes selbstständiges Arbeiten und Koordinationstätigkeit im wissenschaftlichen Bereich. Erwünscht sind Erfahrungen mit Tagungsorganisation, Interesse an interdisziplinärer Forschung sowie das Interesse an Ausstellungen.

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Wir weisen darauf hin, dass die Einreichung der Bewerbung eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns darstellt. Näheres zur Rechtsgrundlage und Datenverwendung finden Sie unter https://www.uni-goettingen.de/hinweisdsgvo.

Ihre Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, CV, Projektskizze) bis zum 15. Juli 2018 in elektronischer Form an: ethno@gwdg.de
Bitte reichen Sie Ihre Unterlagen ausschließlich als pdf-Dokument ein. Für weitere Auskünfte zurStelle steht Ihnen Frau Prof.’in Dr. Andrea Lauser unter alauser@gwdg.de gerne zur Verfügung.

Institutskolloquium: ‚In den Sand geschrieben: Spuren, Brände und das Suchen von Kamelen bei den Teda‘

Am Donnerstag, den 21.06.2018, begrüßen wir Dr. Tilman Musch (Universität Bayreuth) bei uns im Institutskolloquium. Um 16:15 Uhr wird er im Hörsaal des Ethnologischen Instituts seinen Vortrag ‚In den Sand geschrieben: Spuren, Brände und das Suchen von Kamelen bei den Teda‘ präsentieren. Wir freuen uns und laden alle Interessierten herzlich ein!

Bei der Kamelsuche der Teda genügen nicht Kenntnisse von Spuren, denen man folgt, oder Wissen zum Verhalten eines Tieres, das Aufschlüsse über dessen Standort geben könnte. Denn sobald sich ein Kamel aus lagernahen Weidegebieten entfernt, kommt es in Räume, deren Bedeutung ein Suchender kennen muß, um seinen Weg nicht zu verlieren. Solche Räume können gekennzeichnet sein durch Spuren verschiedener Wildtiere. Die Kenntnis dieser Spuren erlaubt Rückschlüsse auf den Raum selbst. Doch auch diese Kenntnis genügt nicht immer, um ein Kamel zu finden. Hier wird dann das „soziale Suchen“ relevant, das heißt, der Suchende fragt nach seinem Kamel. – Jemand, der dieses gesehen haben könnte, wird sich an dessen Brandzeichen erinnern. Beim Erkennen von Brandzeichen geht es um weit mehr als um das Klären von Besitzverhältnissen. Denn bei den Teda-Nomaden werden Brandzeichen zu  mobilen Markern im Raum, die es einem Reisenden erlauben, sich sozial zu orten und seinen Weg zu finden.

Tilman Musch hat zum Nomadismus der Burjaten in Sibirien und der Mongolei promoviert. Seit 2006 arbeitet er in Niger, wo er bisher mehr als 15 Feldaufenthalte durchführte und inzwischen hauptsächlich zu den Tubu Teda forscht. Sein Hauptinteresse gilt dem Nomadimus im allgemeinen, der Anthropologie von Raum und Zeit und der Ethnobotanik.

Webseite der Arbeitsgruppe von Nikolaus Schareika

Webseite

Die neue Webseite http://schareika.uni-goettingen.de/ informiert umfassend über Forschungsprojekte, Publikationen, aktuelle Ausschreibungen der Arbeitsgruppe von Prof. Nikolaus Schareika.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Informationsangebot für Studierende. Neben dem aktuellen Lehrangebot werden im Students‘ Lab Ergebnisse aus studentischen Projekten präsentiert. Im Bereich Student Projects and Field Work Experience werden zahlreiche Angebote zur Mitarbeit an Forschungsschwerpunkten der Arbeitsgruppe im Rahmen von BA-, MA- und Feldforschungsprojekten (zur Zeit in Äthiopien, Benin und Kamerun) vorgestellt.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und freuen uns über Feedback!