Stellenausschreibung: wissenschaftliche Mitarbeiterin/ wissenschaftlicher Mitarbeiter

An der Georg-August-Universität Göttingen sind am Institut für Ethnologie sowie am Lehrstuhl für Neuere Geschichte imRahmen des von der VolkswagenStiftung gefördertenVerbundprojektes „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) zum nächstmöglichen Zeitpunkt jeweils eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter mit 65% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (zzt. 25,87 Stunden/Woche) befristet für die Dauer von drei Jahren zu besetzen. Die Entgeltzahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TV-L.

Ihre Aufgaben

Zu den Aufgaben zählt die Identifizierung und Aufarbeitung der ethnographischen sowie gegebenenfalls weiterer Sammlungsbestände der Georg-August-Universität Göttingen, die kolonialen Kontexten zugeordnet werden können (Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert). In der am Institut für Ethnologie angegliederten Arbeit ist darüber hinaus die Analyse der Kategorisierung und Verwendung dieser Objekte in der universitären Forschung und Lehre (Schwerpunkt 1928 bis 1958) erwünscht. In der dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte zugeordneten Arbeit soll die Analyse der internationalen Handelswege und Netzwerke, in die die heute in Göttingen befindlichen Sammlungsbestände eingebunden waren, im Fokus stehen. Die Stellen bieten Gelegenheit zur Promotion.

Ihre Qualifikationen

Vorausgesetzt wird ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Master oder vergleichbar) in Ethnologie, Kulturanthropologie, Geschichte oder einem anderen für den Forschungskontext relevanten Fach. Voraussetzung sind weiterhin sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse. Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache sowie Vorkenntnisse in Provenienzforschung und Archivarbeit sind erwünscht.Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Ihre Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben sowie 1- 2-seitige Projektskizze, CV, Zeugnisse) bis zum 8.8.2018 in elektronischer Form für die Promotionsstelle in der Ethnologie an: ethno@gwdg.de (Dr. Michael Kraus, Hermann), für die Promotionsstelle in Geschichte an: skirchn@gwdg.de (Prof. Dr. Rebekka Prof. Dr. Elfriede Habermas). Reichen Sie Ihre Unterlagen bitte ausschließlich als pdf-Dokument ein.
Für weitere Auskünfte zur Stelle stehen Ihnen die genannten Personen gerne zur Verfügung.
Auskünfte zum PAESE-Projekt finden Sie hier 
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Institutskolloquium: Forum Wissen – Räume, Dinge, Positionen. Das Einzelne und das Ganze

Zu unserem letzten Institutskolloquium im Sommersemester 2018 dürfen wir Marie Luise Allemeyer und Dr. Joachim Baur (Universität Göttingen) begrüßen, die über das Forum Wissen ‚Räume, Dinge, Positionen. Das Einzelne und das Ganze‘ sprechen werden. Parallel zur neuen Dauerausstellung in der Ethnologie wird in Göttingen das FORUM WISSEN geplant – ein neues, sich aus den bestehenden Universitätssammlungen speisendes Museum, das die Konstruktion von Wissen, die Prozesse und Formen seiner Entstehung in den Fokus rückt. Dr. Joachim Baur, Leiter des Ausstellungsbüros „Die Exponauten“ und Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen, präsentieren in ihrem Vortrag den aktuellen Planungsstand und ihre Überlegungen zur Göttinger Museumslandschaft der Zukunft. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu dem Vortrag zu kommen.

Forum wissen

Wann? Donnerstag, 12.07.2018, 16:15 Uhr

Wo? im Hörsaal des Ethnologischen Instituts.

Das Forum Wissen: Leitidee 

Wissen wird geschaffen. Und zwar von Menschen in jeweils spezifischen zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Kontexten und Netzwerken. Zur Entstehung von Wissen tragen unzählige Bedingungen – oft auch Zufälle – bei. Je nachdem, an welchem Ort, von welchen Personen, mit welchen Absichten nach Wissen gesucht wird, entsteht es in anderer Form, wird verändert, erweitert oder geht verloren.

Um dieses Wissen-Schaffen geht es im Forum Wissen: dem zukünftigen Wissens-Museum der Universität Göttingen.

Unter einem Dach wird hier Wissen geschaffen und werden das Wissen-Schaffen selbst und seine Ergebnisse sichtbar gemacht. Das Haus öffnet sich dabei programmatisch in zwei Richtungen: in die Öffentlichkeit und in die Wissenschaft.

Das Forum Wissen lässt die Öffentlichkeit an den intellektuellen und materiellen Gütern der Universität teilhaben. Es lädt Menschen, die bisher wenig Berührung mit der Wissenschaft hatten, dazu ein, sich diese Welt zu erschließen. Es gibt aber auch Anstöße, eigene Positionen zu beziehen, Forderungen an die Wissenschaft zu stellen, und sich in den facettenreichen Prozess des Wissen-Schaffens einzubringen.

Gleichzeitig wirkt das Forum Wissen in die Wissenschaft selbst hinein, indem es den Raum für interdisziplinäres Arbeiten mit den Objekten unserer Sammlungen schafft und Forschende dazu anregt, über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich von den Methoden, Fragestellungen und Argumentationen anderer Fächer und anderer Wissenschaftskulturen inspirieren zu lassen.

Ethno-Café am Mittwoch (11.07.): Das schwierige Verhältnis von Photographie und Ethnographie

Wir laden alle Interessierten ganz herzlich  zu unserem Ethno-Café an diesem Mittwoch (11.07) ein. Gemeinsam wollen wir verschiedene Theorien über Fotografie betrachten (Benjamin, Sontag, Barthes etc.) und anhand dieser Beleuchten welche Gefahren und
welche Potentiale in der Fotografie für die Ethnographie bestehen.

„Das ganze Leben der Gesellschaften, in welchen die modernen Produktionsbedingungen herrschen, erscheint als eine ungeheure Sammlung von Spektakeln. Alles was unmittelbar erlebt wurde, ist in eine Vorstellung entwichen.“
(Debord 1967)

Guy Debords Versuch von 1967, die marxsche Theorie zu aktualisieren, stellt die Vorstellung, das Bild in den Mittelpunkt der Betrachtung. Heute, ca. 50 Jahre später, sind Bilder Teil unseres Alltags geworden. Jede/-r kann jederzeit Bilder machen, die modernen Techniken der Bildproduktion haben jedem den Zugang zur Bilderstellung ermöglicht. Für Debord waren die Bilder das, was die gesellschaftlichen Verhältnisse vollkommen überdeckt hat. Moderne Methoden der Produktion von Bildmaterial scheinen dieses manipulative Element zu bestätigen. Der Deepfake ermöglicht es, eine vollkommen realistische alternative Wirklichkeit zu errichten. Auf der anderen Seite ermöglichen uns Bilder einen Einblick in uns bis dahin verschlossene Bereiche der Wirklichkeit. Nicht ohne Grund sind Bilder als Quellen zunehmend in das Blickfeld der
Geschichtswissenschaften geraten. Aber auch auf der emotionalen Ebene bieten uns Bilder einen direkteren Zugang zu den Geschehnissen, die uns ansonsten fern sind. Eindrucksvolle Beispiele dafür sind Robert Capas fallender Soldat oder Jacob August Riis „How the Other Half Lives“. Grund genug also sich eindringlich mit dem Verhältnis von ethnografischem und fotografischem Wissen zu befassen.

Sommerfest

Liebe Alle

Hier die herzliche Einladung zu unserem Sommerfest am Donnerstag den
12.07. Auch dieses Jahr feiern wir wieder gemeinsam mit der
Kulturanthropologie.

Ab 16 Uhr beginnt der interne Teil der Veranstaltung für das wir ein
buntes Pogramm zusammengestellt haben: Viva Con Agua, Amnesty
International, ein Graffiti-Workshop, Live-Musik und mehr.
Natürlich sorgen wir auch für ausreichend kalte Getränke. Außerdem wird
einen Grill zur Verfügung gestellt, also packt euch Grillgut ein. Damit
es auch andere Leckereien gibt, wird Bringebuffet da sein. Daher wäre es
super, wenn viele etwas zum das Bringebuffet beisteuern.

Ab 20:00 Uhr beginnt dann der offene Teil der Veranstaltung und
tanzbegeisterte werden auf ihre Kosten kommen. Es wird Soul, House und
Techno gespielt werden.

Wir freuen uns schon riesig auf einen schönen Semesterausklang.

Liebe Grüße

Die Sommerfest Orga

Exkursion ins Deutsche Hygiene-Museum in Dresden


Die Fachgruppe lädt ein zu einer Exkursion ins Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zur Sonderausstellung „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“

Wann:
17. – 18. Juli 2018
Zeitplan:
17.7. 10 Uhr – Treffen am Albaniplatz (falls ihr zu der Uhrzeit noch verhindert seid, können wir das besprechen. Das soll nicht eurem Mitkommen im Wege stehen)
Fahrt mit (gemieteten) Autos, Stadtbesichtigung Dresden, gemeinsames Abendessen
18.7. 11 Uhr – Führung im Museum, eigene Besichtigung, abends Rückfahrt
Kosten:
10€ Eigenbeitrag (für Fahrtkosten, Übernachtung und Eintritt)
Mitbringen:
Isomatte und Schlafsack
Anmeldung:
fg-ethnologie@riseup.net oder in der Liste am schwarzen Brett
Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Für weitere Infos siehe unten.

Ausführliche Beschreibung:
Seit seiner Gründung 1912 ist die Geschichte des deutschen Hygienemuseums Dresden eng verbunden mit der Geschichte des Rassismus in Deutschland. Als Stätte zur Erziehung der Bevölkerung zu einer gesunden Lebensführung beteiligte es sich an der Normierung körperlichen „Eigenschaften“. Immer wieder fanden Ausstellungen statt, die das Konzept „Rasse“ veranschaulichen sollten. Seit einigen Jahren bemüht sich das Museum diese Geschichte aufzuarbeiten und sie kritisch in die Ausstellungspraxis einzuweben. Teil davon ist die aktuelle Sonderausstellung „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“. Die Ausstellung ist das Ergebnis einer mehrjährigen Beschäftigung mit dem Konzept „Rasse“, wie es sich in Objekten der Sammlungen des Museums wiederfindet. Die Ausstellung teilt sich in vier Bereiche auf: Der erste Teil widmet sich Versuchen der Kategorisierung von Menschen, wie wurde versucht Menschen zu unterscheiden, welche Mittel wurden dafür eingesetzt? Im zweiten Teil wird beleuchtet, wie und von wem rassistische Bilder verbreitet wurden und werden. Die geopolitische Dimension des Rassismus wird im dritten Kapitel, das sich besonders der Konstruktion des „Anderen“ im Kolonialismus widmet, eingegangen. Schließlich versucht der vierte Teil der Ausstellung auszuloten, wie wir zusammen leben wollen. Ein wichtiges Thema vor Beginn der Ausstellung war die Frage, wie Rassismus und Gewalt dargestellt werden kann. Wie kann den Betroffenen ein Ort der medialen Repräsentation gegeben werden? Wie können rassistische Inhalte wiedergegeben werden ohne sie zu reproduzieren? Wir wollen die Ausstellung besuchen und uns selbst ein Bild davon machen, wie und ob diese Aufgabe gelöst wurde.

Institutskolloquium: Kernkompetenz Perspektivwechsel

Wir sind gespannt auf den Vortrag ‚Kernkompetenz Perspektivwechsel: Interaktive Geschichten, begehbare Hörspiele und was das mit Ethnologie zu tun haben soll. Es kommen auch kurz Indianer vor…‘ von Nico Czaja (Hamburg).

Wann: Donnerstag, 05. Juli, 16:15 Uhr

Wo: Hörsaal des Ethnologischen Instituts

Abstract

Kaum ein Ethnologiestudent wird Ethnologe. Auch Nico Czaja ist am Ende keiner geworden. Und doch bereut er nichts. In seinem Vortrag möchte er sich selbst als Praxisbeispiel ausstellen und dabei eine spezielle, faszinierende und sehr kleine Nische freier Autorenschaft beleuchten, in die sein post-akademisches Leben ihn geführt hat: die des digitalen Geschichtenerzählens im Dienste des Weltfriedens. Im Mittelpunkt wird das Projekt “Hidden Memories” in Kiew stehen, das Ansätze aus der Oral History mit Friedensarbeit, Kunst und mobiler Technologie verbindet – und die Frage, inwiefern der Vortragende bei dieser Arbeit hilfreich auf seine ethnologischen Lehrjahre zurückgreifen kann.

Nico

Nico Czaja, Jahrgang 1978, Studium der Ethnologie in Marburg und Recife, forschte für seine Magisterarbeit im brasilianischen Nordosten über die Verwendung des Internet für indianische Selbstdarstellungen, als das Internet noch etwas neuer war. Heute, Jahre später, ist er seinem Interesse an digitalen Narrativen weiterhin treu. Als freier Autor entwickelt er gemeinsam mit lokalen Akteuren interaktive Hörgeschichten für Orte mit komplexen Vergangenheiten, zuletzt für den Maidan in Kiew. Im Herzen ist er Ethnologe geblieben.

Ethno-Café am Mittwoch (27.06.): Auf Augenhöhe? – Idee, Entstehung und Rezeption eines ethnographischen Dokumentarfilms

Wir laden ein zum Ethno-Café am Mittwoch von 17:15 bis 19:45 mit Dr. Thorolf Lipp. Er hat Ethnologie und Religionswissenschaften studiert und über das Turmspringen in Vanuatu promoviert. Gemeinsam möchten wir seinen Film „Auf Augenhöhe? – Erinnerungen an eine Freundschaft und ihre Folgen“ schauen und ihn anschließend mit ihm besprechen.

Anhand des Filmes möchten wir wesentliche ethnologische Fragen diskutieren: Wer hat das Recht was über wen wie zu sagen? Welche Verpflichtungen geht der*die Forscher*in ein? Welche Konsequenzen haben sein*ihr Handeln mitunter? Was haben die indigenen Partner*innen davon?
Außerdem möchten wir auf Berufsperspektiven in der Bewegtbildindustrie und die damit verbundene Gratwanderung zwischen kommerziellen Mainstream und eigenem Anspruch zu sprechen kommen.

Abstract des Films
Im Alter von 24 Jahren reist der Ethnologe und Filmemacher Thorolf Lipp erstmals zu den legendären Turmspringern von Pentecost im Vanuatu-Archipel. Beeindruckt von der Hartnäckigkeit, mit der die Kastom-Sa ihre Lebensweise in den letzten hundert Jahren gegen westliche Einflüsse verteidigt haben, kehrt er im Laufe der nächsten 15 Jahre immer wieder dorthin zurück. Vor allem zu Bebe Malegel, einem gleichaltrigen Chief, entwickelt sich mit der Zeit eine enge Freundschaft. Die Idee wird geboren, ihn und vier andere Männer zu einem Gegenbesuch nach Deutschland einzuladen. Fünf lange Jahre später kann die Reise endlich stattfinden, die Turmspringer von Bunlap werden in Bayern erwartet. Doch kurz vor dem Aufbruch nimmt eine Tragödie ihren Lauf: Aus Eifersucht, Geldgier und Machtstreben wird Bebe Malegel ermordet. Das gesamte Projekt droht zu scheitern. Erst in letzter Minute findet sich ein neuer Weg, der zum Anfang eines unverhofften Abenteuers wird.

Vortrag: Feldforschung und Ethnographie

Nächste Woche, am 3. Juli, wird Dr. Claudio Sopranzetti (Oxford) im Rahmen der Vorlesung „Feldforschung und Ethnographie“ einen Gastvortrag halten. Dr. Sopranzetti hat seine Dissertations-Feldforschung mit Motorrad-Taxifahrern in Bangkok gemacht, wobei er mitten in die Protesten der sogenannten „Rothemden“ verwickelt wurde.
 
Da wir eine besonders spannende Vorlesung erwarten, sind alle Studierende und Mitarbeitende herzlich eingeladen. Diese Vorlesung wird auch im Rahmen des „Internationalisierung der Curricula“ Projektes auf Video aufgezeichnet.
 
Zeit:  Di. 3.7.18, 12:15 bis 13:45
Ort: ZHG104
Informationen zu Dr. Claudio Sopranzetti
 
I was born in a small town in Central Italy. I received my BA from University of Rome in 2005 in Anthropology and Linguistics. After working for NGOs in Kenya and traveling around West Africa and Southeast Asia, I started my PhD in Social Anthropology at Harvard University. During my years there I conducted research in Thailand, Cambodia, and Venezuela and collaborated with architects, artists, and journalists. In 2012 I published my first book, Red Journey: Inside the Thai Red-Shirt Movement with Silkworm Book and Washington University Press. I received my PhD in 2013 with a dissertation entitled  „The Owners of the Map: Motorcycle Taxis Drivers, Mobility, and Politics in Bangkok,“ which I just made into a book. Currently I am a postdoctoral fellow at All Souls College, a research associate at the Future of Cities Center, and I teach at the Institute of Social and Cultural Anthropology at Oxford University. I am now working on Awakened, a graphic novel about contemporary Thailand.
Owners of the Map
cnbohkaldmpoplea.jpg May 19th 2010, the Royal Thai Army deployed tanks, snipers, and war weapons to disperse the thousands of Red Shirts protesters who had taken over the commercial center of Bangkok to demand democratic elections and an end to inequality. Key to this mobilization were motorcycle taxi drivers who slowed down, filtered, and severed mobility in the area claiming a prominent role in national politics, ownership over the city, and challenging state hegemony. Four years later, on May 20th 2014, the same Army General who directed the dispersal staged a military coup, unopposed by protesters. How could state power have been so fragile and open to challenges in 2010 and yet so seemingly sturdy only four years later? How could protesters who had once fearlessly resisted military attacks now remain silent?
 
Owners of the Map provides an answer to these questions—central to contemporary political mobilizations around the globe—through an ethnographic study of motorcycle taxi drivers in Bangkok. Sopranzetti explores the unresolved tensions in the drivers’ everyday lives, their migrations trajectories, consumers’ desires, and political demands amidst the restructuring of Thai capitalism after the 1997 economic crisis. Reconstructing the entanglements between their everyday mobility and political mobilization, Sopranzetti reveals mobility not just as a strength of contemporary capitalism but also as one of its fragile spots, always prone to disruption by the people who sustain its channels but remain excluded from their benefits. In so doing, Owners of the Map advances an analysis of power that does not focus on the sturdiness of hegemony or the ubiquity of everyday resistance but rather reveals its potential fragility as well as the work needed for its maintenance. 
 
 
Mehr Infos an seine Webseite: http://www.claudiosopranzetti.com/index.html

Institutskolloquium: Hindernis der Evidenz

Wir freuen uns Prof. Dr. Margarete Vöhringer (Georg-August-Universität Göttingen) in unserem Institutskolloquium begrüßen zu dürfen. Prof. Vöhringer wird am 28.06.2018 um 16:15 das Thema ‚Hindernis der Evidenz: Zur Materialität des Wissens einer medizinischen Sammlung‘ präsentieren.

Abstract:

1888 wurde durch den Ordinarius der Heidelberger Augenklinik mit einem Rundschreiben zur Einsendung von Materialien aufgefordert, die im Zusammenhang mit dem jung verstorbenen Augenarzt Albrecht von Graefe standen. Innerhalb kürzester Zeit waren 110 verschiedene Objekte (Briefe, Bücher Operations- und Vorlesungsmitschriften, Instrumente, Bilder und Memorabilia) zusammen gekommen, die „den Anfang zur Errichtung eines Graefe-Museums“ machen sollten (Becker 1888).

Während viele bedeutende Sammlungen längst in den Depots gesichert, teils wissenschaftlich bearbeitet und der Öffentlichkeit in Museen zugänglich gemacht worden sind, warten die weniger leicht verfügbaren und schwer einzuordnenden Sammlungen häufig noch auf ihre ‚Entdeckung‘. Einer solchen lebendigen Sammlung(Kunst 2007), deren Bestand sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat, zum Teil verloren ging und bis heute weiter vermehrt wird, widmet sich das hier skizzierte Forschungsprojekt: dem von den Mitgliedern der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft gesammelten Objektkonvolut, genannt „Graefe-Museum“, das sich seit 2002 im Depot des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité befindet. Mittlerweile zählt das Museum 1096 Positionen – und wächst potentiell weiter.

Ausgehend von dem Befund eines chaotischen Ursprungs mit darauf folgender dynamischer Genese der Sammlung des „Graefe-Museums“, möchte ich eine ihr angemessene Reflexion und Präsentation entwickeln. Statt einer Überbewertung einzelner Objekte schlage ich eine sensible Wahrnehmung der Wandelbarkeitvon Sammlungen vor, die auf Kontingenzen, auf sich ändernde Bedeutungszuweisungen und erstaunliche Kontinuitäten achtet. Die hieraus sich ergebende Ausgangsfrage lautet: Wie lässt sich die Dynamik von wissenschaftlichen Sammlungen in ihrer Wandelbarkeit so erforschen und präsentieren, dass sowohl die Zeitlichkeit der Dinge selbst als auch das Wissen über die Dinge deutlich wird?Wie wird aus einem sukzessive gesammelten Bestand wissenschaftlicher Dinge ein Museum und wie lässt sich dieses wiederum als Grundlage für eine Materialität des Wissens auffassen?

Kurzbio

VöhringerMargarete Vöhringer ist seit 2017 Professorin für Materialität des Wissens an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie, Philosophie und Ästhetik sowie Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Nach der Promotion 2006 an der HU Berlin lehrte sie an den Universitäten Berlin (FU, HU, UDK), Weimar, Zürich und Moskau.

Forschungsschwerpunkte sind:

  • Künste im wissensgeschichtlichen Horizont, vor allem der zeitgenössischen und modernen Kunst (Publikationen u.a. zu Russischer Avantgarde, Fluxus, Konzeptkunst, Pop Art, Architekturfotografie, Kunst und Macht sowie zu den Wechselverhältnissen von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft)
  • Materialität und Ästhetik der Wissenschaften, aktuell mit einem Fokus auf die Wahrnehmungsforschung (Studien zu Kulturtechniken des Sehens, zu interdisziplinären Bildkonzepten, zu den Beziehungen zwischen Theorie und Praxis, zu lokalen und globalen Wissensformationen).

Publikationen (u.a.): Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor (hg. mit Anke Te Heesen), Berlin 2014; Avantgarde und Psychotechnik. Wissenschaft, Kunst und Technik der Wahrnehmungsexperimente in der frühen Sowjetunion, Göttingen 2007.

 

Stellenausschreibung: Post Doc und wissenschaftliche Koordination am Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung

Am Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, sind vorbehaltlich der Mittelbewilligung zum 1. September 2018 zwei Stellen zu besetzen.

1 Post Doc-Stelle (befristet für 1 Jahr, Entgeltgruppe TV-L 13 bis TV-L 14, 100 % der regelmäßigen Arbeitszeit)

1 Wissenschaftliche Koordination (befristet auf drei Jahre Entgeltgruppe 13 TV-L, 100 % der regelmäßigen Arbeitszeit)

Das Forschungsprojekt: Die Stellen sind in einem vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung geförderten Verbundprojektes (Förderlinie: Sprache der Objekte) zwischen derUniversität Göttingen, dem Museum Friedland und dem Ausstellungsbüro ‚Die Exponauten‘ zum Thema „Vom ‚nackten‘ Überleben zu ‚vielversprechenden‘ Dingen angesiedelt. Das Forschungsvorhaben leistet ein Beitrag zum besseren Verständnis der Phänomene Flucht und Migration über die Erforschung der materiellen Dimension menschlicher Existenz. Im Mittelpunkt steht die These, dass die Schutzwürdigkeit von Leben und Menschenwürde untrennbar mit Dingen verbunden ist. Die Forschung zu existenziellen Mensch-Ding Beziehungen unter den Bedingungen von Flucht und Migration erfolgt weitgehend in Friedland, Niedersachsen, wo sich neben dem Museum Friedland auch das Grenzdurchgangslager als Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen befindet. Mit der Forschung verbunden ist die Entwicklung einesAusstellungsvorhabens durch das Ausstellungsbüro „Die Exponauten“ (www.museum-friedland.de;www.die-exponauten.com).

Post-Doc-Stelle

Ihre Aufgaben: Sie haben Erfahrung in Forschung und Lehre, leiten mit Ihrer Expertise zum‚material turn‘ der Sozial- und Kulturwissenschaften die Forschungsteams an und tragen zur Theoriearbeit des Projektes bei. Mit Ihrer eigenen empirischen Forschung im Bereich Materialität von Flucht und Migration beteiligen Sie sich am Verbundvorhaben.

Ihre Qualifikationen: Abgeschlossenes Hochschulstudium mit Promotion in Ethnologie, Kulturanthropologie oder einem für den Forschungskontext relevanten Fach. Erforderlich sind fundierte Kenntnisse in sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorie und Methodik (ethnographische Forschungspraxis) sowie eine selbstständige, strukturierte Arbeitsweise und Teamfähigkeit. Bereitschaft zu eigener Forschung im Rahmen des Verbundes. Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Migrationsforschung sind erwünscht.

Wissenschaftliche Koordination und Forschung:

Ihre Aufgaben: Sie haben Erfahrung im Wissenschaftsmanagement und übernehmen in enger Abstimmung mit der Sprecherin des Verbunds die Projektkoordination für die Gesamtlaufzeit des Vorhabens. Sie sind verantwortlich für die Planung und Durchführung von Projekttreffen sowie einer internationalen Tagung und engagieren sich in der wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere im Hinblick auf die interaktive digitale Präsenz). Mit Ihrer eigenen Forschung tragen Sie ebenfalls zum Verbundvorhaben bei.

Ihre Qualifikationen: Abgeschlossenes Hochschulstudium (möglichst mit Promotion) in Ethnologie, Kulturanthropologie oder einem für den Forschungskontext relevanten Fach. Vorausgesetzt werden Teamfähigkeit, strukturiertes selbstständiges Arbeiten und Koordinationstätigkeit im wissenschaftlichen Bereich. Erwünscht sind Erfahrungen mit Tagungsorganisation, Interesse an interdisziplinärer Forschung sowie das Interesse an Ausstellungen.

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Wir weisen darauf hin, dass die Einreichung der Bewerbung eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns darstellt. Näheres zur Rechtsgrundlage und Datenverwendung finden Sie unter https://www.uni-goettingen.de/hinweisdsgvo.

Ihre Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, CV, Projektskizze) bis zum 15. Juli 2018 in elektronischer Form an: ethno@gwdg.de
Bitte reichen Sie Ihre Unterlagen ausschließlich als pdf-Dokument ein. Für weitere Auskünfte zurStelle steht Ihnen Frau Prof.’in Dr. Andrea Lauser unter alauser@gwdg.de gerne zur Verfügung.