Studierende erstellen Webseite zum kolonialen Erbe der Universität Göttingen

Wissenschaft und Kolonialismus am Beispiel Göttingens – Studierende erstellen Webseite zum kolonialen Erbe der Universität Göttingen

(pug) Universitäten spielten in der europäischen Kolonialgeschichte eine wichtige Rolle. Durch Forschungen in und über die Kolonien entstanden neue Fachgebiete, etwa innerhalb der Orientalistik, aber auch in der Medizin oder den Forstwissenschaften. Gleichzeitig trugen europäische Wissenschaftler dazu bei, die Kolonien besser zu beherrschen und wirtschaftlich auszubeuten. Studierende der Universität Göttingen haben im vergangenen Sommer in einem Seminar, das koloniale Erbe der Universität Göttingen untersucht. Das Seminar wurde von Rebekka Habermas und Lena Glöckler veranstaltet. Die  Ergebnisse sind jetzt auf der Webseite www.goettingenkolonial.uni-goettingen.de zu finden. 

Die Teilnehmenden des Seminars untersuchten einzelne Göttinger Forscher, die aufgrund von Expeditionen, Rasseforschung oder anderen Studien koloniale Strukturen genutzt haben und von diesen profitierten. Zudem schauten sich die Studierenden verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Orte an. Dazu gehörten unter anderem der botanische Garten und die universitären Sammlungen, in denen sich viele Objekte aus den damaligen Kolonien befinden. Sie versuchten auch, diejenigen namenlosen Expertinnen und Experten vor Ort zu identifizieren, ohne die die Göttinger Forscher es nicht zu ihrem Erfolg gebracht hätten. Dafür sichteten sie historische Quellen, zum Beispiel Veröffentlichungen der Forscher oder Dokumente und Fotos aus Archiven in Witzenhausen, der Stadt Göttingen und der Universität.

Die Webseite bezieht aber auch Ergebnisse einer Ausstellung mit ein, die Studierende der Universität 2018 unter Leitung von Rebekka Habermas und Karolin Wetjen, heute wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Kassel, zur Geschichte der Stadt Göttingen im Kolonialismus gezeigt haben. Die Webseite ist ohne zeitliche Begrenzung aufrufbar und wird vom Lehrstuhl für Neuere Geschichte betreut.

Kontakt:

Prof. Dr. Rebekka Habermas

Georg-August-Universität Göttingen

Philosophische Fakultät – Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte

Heinrich-Düker-Weg 14, 37073 Göttingen

Tel.: 0551 39 23368

E-Mail: lehrstuhl.habermas@uni-goettingen.de

Internet: www.uni-goettingen.de/de/557736.html

Stellenangebot am Göttinger Institut für Ethnologie: wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (w/m/d) (100%)

Am Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen ist zum 01.04.2021 für die Dauer von 2 Jahren zum 01.04.2021 eine Stelle als

wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (w/m/d)
– Entgeltgruppe 13 TV-L –


mit 100% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (z.Zt. 39,8 Wochenstunden) zu besetzen.

Die ausgeschriebene Stelle zählt zum Forschungsprojekt „Die neue Brisanz alter Objekte – Erschließung unbearbeiteter Konvolute in der Ethnologischen Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen“. Sie ist gefördert aus den Mitteln des Niedersächsischen Vorab.

Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen ist eine der bedeutendsten Lehr- und Forschungssammlungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Anfänge reichen bis in die Zeit der Aufklärung zurück. Aktuell zählen zu ihrem Bestand ca. 18.000 Objekte aus allen Kontinenten. Dazu kommen Gemälde, Drucke, historische Fotografien sowie kostbare Archivalien. Aufgrund einer anstehenden Gebäudesanierung ist die Sammlung seit Mai 2018 für die Öffentlichkeit geschlossen. Im Anschluss an die Sanierung ist unter anderem die Einrichtung einer neuen Dauerausstellung vorgesehen.

Ziel des Projektes ist die forschungsorientierte kuratorische Unterstützung der Planungsarbeiten zur neuen Dauerausstellung. Hierzu sollen bisher unbearbeitete Konvolute der Sammlung erschlossen und im Folgenden in das bestehende Ausstellungskonzept eingepasst werden. Neben der wissenschaftlichen Objekterschließung und der kuratorischen Mitarbeit zählt das Verfassen von Ausstellungstexten sowie die organisatorische und inhaltliche Unterstützung bei einer vorgesehenen Publikation zu den Aufgaben der*des Stelleninhaber*in.

Bei den Objektrecherchen ist ein Schwerpunkt auf sogenannten „sensiblen“ Objekten vorgesehen. Vor allem soll der vorhandene Sammlungsbestand erforscht werden, der aus den ehemals zum deutschen Kolonialgebiet zählenden Regionen der heutigen Nationalstaaten Togo und Kamerun stammt. Auch Bestände aus Australien sind vorrangig zur Aufarbeitung vorgesehen. Mittel zur Kooperation mit Personen aus den Herkunftsregionen sind im Projekt eingestellt.

Hier geht es zur Stellenanzeige mit weiteren Informationen zu Aufgaben und Bewerbung. Bewerbungsschluss: 30.10.2020 

New publication: ‚Positioning Culture within Pacific Christianities‘

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We are happy to share with you the news that the Special Issue ‚Positioning Culture within Pacific Christianities‚ co-edited by Fraser Macdonald (Waikato University) and our colleague Christiane Falck has been published by TAJA (The Australian Journal of Anthropology).

The Special Issue contains:

Macdonald, Fraser and Christiane Falck 2020. Introduction. Positioning Culture within Pacific Christianities. TAJA 31(2): 123–138.

Eves, Richard 2020. The perils of ‘yo-yo’ thinking: Positioning culture in Pentecostal healing. TAJA 31(2): 139–151.

Hermkens, Anna-Karina 2020. Charismatic Catholic Renewal in Bougainville: Revisiting the power of Marian devotion as a cultural and socio-political force. TAJA 31(2): 152–169.

Falck, Christiane 2020. ‘You have to call the right name‘ – Operation Joshua meets Cosmology and Catholicism at Lake Chambri in Papua New Guinea. TAJA 31(2): 170–186.

Macdonald, Fraser 2020. How to make fire: Resonant rupture within Melanesian charismatic revivalism. TAJA 31(2): 187–202.

McDougall, Debra 2020. Afterword. Beyond rupture: Christian culture in the Pacific. TAJA 31(2): 203–209.

GISCA 28: „Beyond plagiarism: where does scientific misconduct begin?“ by Brigitta Hauser-Schäublin

We are delighted to present the new edition of the GISCA Occasional Paper Series:

Brigitta Hauser-Schäublin (2020) Beyond plagiarism: where does scientific misconduct begin? [Download]

Cases of violation of academic integrity among high-ranking politicians and scientists in Germany have shocked the public when it became known that these had fabricated the results of their research or committed plagiarism in their dissertation. However, where does scientific misconduct begin? There seems to exist a grey area of breaches of good research practice. I will explore it and inquire particularly into the practice of misquoting, using quotes out of context and omitting data that do not fit the author’s argument. I will also examine the conditions and circumstances under which such practices seem to have increased over the past decades. The main example, which illustrates such practices, constitutes the research, publication and exhibition projects of the Göttingen Cook/Forster Collection and the way in which they became misrepresented.

Forschungsgelder für die weitere Erschließung der Ethnologischen Sammlung eingeworben

Zur Aufarbeitung von Teilbeständen der Ethnologischen Sammlung sind zwei neue Forschungsprojekte bewilligt worden.

Vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste wird für drei Monate das Projekt „Tjurungas in der Ethnologischen Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen“ gefördert (bewilligte maximale Fördersumme: 14.161,60 €). Die Ethnologische Sammlung besitzt 16 Tjurungas aus unterschiedlichen Erwerbungszusammenhängen. Tjurungas stehen für australische Aborigines in Verbindung mit der Traumzeit, sie definieren verwandtschaftliche Zugehörigkeiten und können Landrechte markieren. In der Wissenschaft werden diese Gegenstände als „sensibel“ bzw. als „secret-sacred“ klassifiziert. Es handelt sich um Artefakte, die zum einen in der Urhebergesellschaft als „heilig“ betrachtet werden und zugleich bestimmten Tabus unterliegen. Ein Kontakt zu Vertretern der Herkunftsgesellschaften besteht und soll weiter ausgebaut werden.

Weitere Informationen hier: www.proveana.de

 

Aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab (Pro*Niedersachsen – Stärkung der Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften und des wissenschaftlichen Diskurses in Niedersachsen; kulturelles Erbe und Sammlungen) wird ab 2021 für zwei Jahre das Projekt „Die neue Brisanz alter Objekte – Erschließung unbearbeiteter Konvolute in der Ethnologischen Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen“ gefördert (bewilligte maximale Fördersumme: 197.898 Euro). Im Projekt soll zum einen ebenfalls die Herkunft „sensibler Objekte“ erforscht werden. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf Objekten aus den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten in den Regionen des heutigen Kamerun und Togo. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der forschungsgeleiteten Unterstützung der vorgesehenen neuen Dauerausstellung der Ethnologischen Sammlung. Hier soll der/die wissenschaftliche Projektmitarbeiter/in durch gezielte Recherchen in der Sammlung zum weiteren Ausbau des vorliegenden Konzeptes beitragen und auf diese Weise auch das Kuratieren der neuen Ausstellung begleiten. Neben den Personalkosten umfasst die Bewilligung auch Mittel für Einladungen von Personen aus Herkunftsländern sowie weiterer Objektexpert/-innen.

Antragsteller für beide Projekte war jeweils Dr. Michael Kraus, Kustos der Ethnologischen Sammlung.

Statement gegen Rassismus und Diskriminierung

Das Göttinger Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung positioniert sich entschlossen gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Instituts verstehen Diversität als Selbstverständlichkeit und Stärke und sind davon überzeugt, dass die Ethnologie als Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis menschlicher Lebenswelten, zu Toleranz, Bildungsgerechtigkeit, Antirassismus und Akzeptanz leisten kann. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Institutsvergangenheit und Fachgeschichte sowie die kontinuierliche Aufarbeitung struktureller Ungleichbehandlung. Diese Verantwortung für den Beitrag unseres Faches zu Antirassismus und Antidiskriminierung binden wir in unsere Forschung und Lehre ein. In Solidarität mit anderen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren, setzen wir uns gemeinsam mit unseren Studierenden dafür ein, dass Vielfalt als eine Chance begriffen wird.

Buddy Programm für Ethno-Studienanfänger*innen

Liebe Ethno-Studis!

Im November erwarten wir neue Studierende in Göttingen, allerdings wird es dann nur wenige oder keine Präsenzveranstaltungen geben.  Für die neuen Studierenden wird es unter diesen Umständen schwierig werden, die vielen aufkommenden Fragen rund um das Studium klären zu können.

Die AG Lele hat nun ein Buddy-Programm ins Leben gerufen. Bitte nehmt teil und helft den Studis im ersten Semester mit Eurer Erfahrung! Dafür müsst Ihr nichts Besonderes leisten. Ihr seid schon Expert*innen, wenn ihr ein paar Semester hier studiert habt.

Der Ablauf ist einfach: ihr registriert Euch auf dieser Seite mit Email-Adresse, Namen und ggf. Sprachkenntnissen. Mitte Oktober werden wir eine Info-Veranstaltung für die angemeldeten ‚Buddys‘ anbieten, wo Fragen geklärt werden können. Wir werden den Erstis dann Ende Oktober mitteilen, wer ihre Buddys sind. Wie der Kontakt im Folgenden gestaltet wird, liegt in Eurer Hand. Bei Fragen stehen wir während des ganzen Semesters zur Verfügung.

Meldet Euch am besten noch in dieser Woche an! In der vorlesungsfreien Zeit wird sowas schnell vergessen…

Liebe Grüße!

Die AG Lele (Paul, Tanita, Antonie, Sheila, Lucas, Julia)

Neuer Podcast in der Reihe ‚Göttinger Krisengespräche‘

Leon-Fabian Caspari, Masterstudent an unserem Institut, hat in der Reihe „Göttinger Krisengespräche“ des Literarischen Zentrums Göttingen ein Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und den Journalistinnen Susanne Goetze und Annika Joeres geführt. Darin geht es unter anderem um die Frage, warum die Gruppe der doppelzüngigen Klimaschutzbremser in der Politik und marktradikale Thinktanks so einflussreich sind. Über die Ideologie der Klimaschmutzlobby und die Rationalität der Klimaschützer*innen. Darüber, was die Coronakrise mit dem Klimaschutz macht, und über die Frage, ob jetzt das Totenglöckchen des Neoliberalismus erklingt. Und – ganz wichtig – über das Utopiegebot fürs postfossile Zeitalter.

Zum Podcast geht es hier:

https://www.literarisches-zentrum-goettingen.de/programm/2020-1/hauptprogramm/susanne-gotze-und-luisa-neubauer/


Oder auf Spotify: 
https://open.spotify.com/episode/6eUbmnR1F3Jy1Qq4vbGKcX?si=6A4AwJ45Q9WXb5w16V9PPQ

CeMig Online-Seminar „Corona und die Wirkungsweisen von Rassismus: Perspektiven anlässlich der Situation in Göttingen „

CeMig Corona Webinar Poster

Online-Seminar „Corona und die Wirkungsweisen von Rassismus: Perspektiven anlässlich der Situation in Göttingen „

29.06.2020, 19:00-20:30 Uhr

Ein Online-Seminar des Centre for Global Migration Studies (CeMig) der Universität Göttingen

Online-Veranstaltung: Anmeldung per Email an cemig@uni-goettingen.de

Schnell wurde deutlich, dass das Virus nicht, wie es zu Beginn der Krise noch hieß, alle gleichermaßen betrifft – sowie die getroffenen Schutz-Maßnahmen nicht alle gleichermaßen schützen. Schonungslos offenbart und vertieft Corona bestehende soziale Ungleichheiten. Verschärfend kommt hinzu, dass die Debatte als auch die politischen Maßnahmen die in den Gesellschaften bestehenden Vorurteile weiter schüren. Auch die Berichterstattung über die lokalen Ausbrüche in zwei Göttinger Hochhäusern stigmatisiert die Bewohner*innen und leistete rassistischer Hetze Vorschub. Stimmen der Betroffenen blieben lange ungehört ebenso wie strukturelle Faktoren, die Ansteckungsrisiken erhöhen und Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren, oftmals unerwähnt blieben. Über die Situation in Göttingen und die Wirkungsweisen von Rassismus in Pandemiezeiten spricht Sabine Hess, Migrationswissenschaftlerin an der Universität Göttingen, unter anderem mit

Maria Alexopoulou, Rassismusforscherin an der Universität Mannheim

Gülşan Yalçın, stellvertretende Vorsitzende im Niedersächsischen Integrationsrat

Sandra Gorend und Keman Emini, Roma-Centre e.V.

Das Online-Seminar ist Teil der CeMig-Reihe „Globale Migration im Schatten von Corona: Aktuelle Auswirkungen und Entwicklungen„.